Magengeschwüre verstehen: Ursachen, Typen und Folgen für das Gewicht
- hoffmdan0
- 27. Jan.
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 28. Jan.
Eine 3-teilige Serie über Magengesundheit, Fütterung und Wohlbefinden
Heute gibt's den 2. Teil von Daniela's 3-teiliger Serie, wie der Pferdemagen wirklich funktioniert, warum er so empfindlich reagiert und was du tun kannst, um ihn zu unterstützen und schützen.
💡 Warum Speichel eine Schlüsselrolle spielt
Pferde müssen ihr Futter gründlich kauen und gut einspeicheln.
Der dabei gebildete Speichel enthält Natriumbicarbonat, auch bekannt als Natron. Eine basische Substanz, die dazu dient, die im Magen gebildete Säure abzupuffern.
Unter normalen Bedingungen ist dieser Mechanismus völlig ausreichend, um die Magenschleimhaut zu schützen.
⚠️ Wenn der Schutz nicht mehr ausreicht
Problematisch wird es dann, wenn diese natürliche Pufferwirkung nicht mehr genügt.
Kommt es über längere Zeit zu einer konstanten Übersäuerung, wird die Magenschleimhaut gereizt. Hält dieser Zustand an, entstehen vergleichsweise schnell Läsionen der Magenschleimhaut – also Magengeschwüre.
Der Pferdemagen ist damit nicht nur klein, sondern auch ausgesprochen empfindlich.
🧠 Zwei Schleimhautbereiche – zwei unterschiedliche Risiken
Besonders sensibel ist die drüsenlose Schleimhaut, die den oberen Teil des Magens auskleidet. In diesem Bereich ist der pH-Wert etwas höher, die Schleimhaut jedoch kaum gegen direkten Kontakt mit Magensäure geschützt.
Im unteren Teil des Magens befindet sich die Drüsenschleimhaut. Sie ist für die Produktion von Verdauungsenzymen zuständig und durch eine dicke Schleimhaut gegen die Magensäure geschützt – hier kann der pH-Wert auf unter 3 absinken.
Entsprechend unterscheidet man auch zwei Arten von Magengeschwüren:
Geschwüre der drüsenlosen Schleimhaut
Geschwüre der Drüsenschleimhaut
Beide Formen werden in unterschiedliche Schweregrade eingeteilt.
Während die Entstehung der Geschwüre im oberen Magenbereich gut beschrieben ist, sind die Ursachen für Veränderungen der Drüsenschleimhaut noch nicht abschließend geklärt.
🔍 Was führt zur Übersäuerung des Magens?
Einige der Ursachen haben wir bereits im ersten Teil der Serie beschrieben. Dazu gehören unter anderem deutlich zu lange Futterpausen, Stress, hastiges Fressen oder hohe Kraftfuttermengen.
Ergänzend muss erwähnt werden, dass auch bestimmte Medikamente Magengeschwüre begünstigen können. Dazu zählen sogenannte nichtsteroidale Antiphlogistika – wichtige entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente wie
Phenylbutazon (auch als Metabolit von Suxibuzon / Danilon)
Meloxicam
Diese Medikamente sind in vielen Situationen unverzichtbar. Werden sie jedoch über einen längeren Zeitraum eingesetzt, sollte unbedingt auch an einen begleitenden Magenschutz gedacht werden.
😣 Wenn das Pferd zu kompensieren versucht
Bei erhöhter Magensäureproduktion versucht das Pferd häufig, durch Leerkauen vermehrt Speichel zu bilden.
Das im Speichel enthaltene Natriumbicarbonat kann die Säure kurzfristig abpuffern – langfristig reicht dieser Mechanismus jedoch nicht aus. Die Magenschleimhaut wird weiter belastet und zunehmend geschädigt.
Oft geht das mit vermindertem Appetit und Gewichtsverlust einher.
Bei hochgradigen Geschwüren kann dieser Gewichtsverlust deutlich sichtbar sein.
Umgekehrt sollte man auch bei Pferden, die trotz gut rationierter, ausgewogener Fütterung und scheinbar gutem Appetit nicht zunehmen, an Magengeschwüre denken.
🐎 Viele Symptome – und viel Kompensation
Mitunter treten zusätzlich Kotwasser oder andere unspezifische Verdauungsprobleme auf.
Die Symptome sind so vielfältig wie die Ursachen – denn Pferde sind wahre Meister im Kompensieren.
Nicht nur Probleme des Bewegungsapparates werden lange überspielt, auch Magenprobleme bleiben oft unbemerkt.
Deshalb ist eine genaue Beobachtung so wichtig:
Ein Pferd, das sich ungern am Bauch putzen lässt, beim Satteln Probleme zeigt oder sich unwillig bewegt, sollte nicht vorschnell als „zickig“ abgestempelt werden. Oft lohnt es sich, genauer hinzuschauen.
Den 1. Teil dieser Serie findest du hier im Blog - mit dem Thema:
Wie der Pferdemagen wirklich funktioniert – und warum das wichtig ist
Und in Teil 3 – Von der Fütterung bis zur Haltung – so schützt du den empfindlichen Pferdemagen geht es schliesslich um
Welche Haltungs- und Fütterungsfaktoren stärken den Magen langfristig? Im letzten Teil erhältst du eine Checkliste mit 10 Punkten, die dir hilft, Fütterung, Haltung und Management magenschonend zu gestalten – alltagstauglich und praxisnah.
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Wir freuen uns auf den nächsten Wiegetermin bei dir im Stall!
Dein Team von der Hippobalance


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