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Von der Fütterung bis zur Haltung – so schützt du den empfindlichen Pferdemagen

  • hoffmdan0
  • 27. März
  • 3 Min. Lesezeit

Eine 3-teilige Serie über Magengesundheit, Fütterung und Wohlbefinden


Heute kommt der 3. Teil von Daniela’s Serie: Es geht um ganz konkrete Massnahmen, mit denen du Magengeschwüren und anderen Magenproblemen vorbeugen kannst – und um das, was deinem Pferd hilft, wenn du bereits einen Verdacht hast.


Was kannst du tun, um Magengeschwüren und anderen Magenproblemen vorzubeugen oder sie zu behandeln? Eine Checkliste mit 10 Punkten


Magenprobleme entstehen selten durch „eine einzige Sache“. Meist summieren sich mehrere Faktoren: zu lange Fresspausen, Stress jeglicher Art (Haltung, Training, Turnier), unpassendes (Kraft-)Futter, belastetes Raufutter oder auch Medikamente. Die gute Nachricht: Die meisten Punkte lassen sich im Alltag oft relativ einfach verbessern.


Damit du einen klaren Fahrplan hast, kommt hier deine 10-Punkte-Checkliste – kurz, aber so, dass du sie sofort umsetzen kannst:


  1. Vermeide lange Fresspausen und plane so, dass dein Pferd nach ca. 4 Stunden wieder Raufutter zur Verfügung hat.

  2. Setze auf gute Raufutterqualität bei Heu und Stroh als wichtigste Basis. Heu und Stroh können bei schlechter Lagerung schnell von Schimmel oder Pilzen befallen sein…

  3. Heulage ist eine gute Alternative bei Asthmatikern oder sehr staubigem Heu (meist spätere Schnitte) – aber bitte unbedingt nur in bester Qualität füttern und angebrochene Ballen schnellstmöglich aufbrauchen! Vermeide Silage!

  4. Überprüfe das Kraftfutter: Stärke- und zuckerreiche Rationen sowie grosse Portionen auf einmal können problematisch sein. Generell erst Raufutter, dann Kraftfutter geben.

  5. Sorge für stressfreies Fressen, d.h. im Offen-/Aktivstall gibt es genügend Fressplätze und genug Platz zum Ausweichen – gerade rangniedrige Pferde haben sonst deutlich mehr Stress und in der Tat auch ein höheres Risiko für Verletzungen. Nutze Slowfeeder so, dass sie Ruhe bringen. Ziel ist eine längere Fresszeit ohne Frust – nicht „Kampf ums Heu“ durch extrem engmaschige oder ungünstig aufgehängte Netze.

  6. Reduziere sozialen Stress so weit möglich: Hat dein Pferd einen Boxennachbarn, den es nicht leiden kann? Falls möglich umstellen, falls nicht möglich, den Teil zum unbeliebten Nachbarn blickdicht machen. Ist die Gruppe ruhig? 

  7. Sei ehrlich: passt die Haltung zu meinem Pferd, fühlt es sich wirklich wohl? Nicht jedes Pferd ist für permanente Gruppenhaltung geeignet. Passt das Training zum Ausbildungsstand deines Pferdes? Hat es Spass daran und macht motiviert mit?

  8. Gib dem Magen vor dem Training etwas Raufutter oder eingeweichte Heucobs: das kann helfen, Magensaft zu binden und den Magen zu schonen. 

  9. Wenn du einen akuten Verdacht hast: reduziere leicht verdauliche Kohlenhydrate konsequent und führe sie später falls nötig nur vorsichtig wieder ein. Streiche Reizstoffe, wenn dein Pferd empfindlich reagiert: Dazu zählen bestimmte synthetische Mineralstoffe und Vitamine (z.B. Zink, reine Ascorbinsäure) sowie scharfe, säureanregende oder Salicinhaltige Kräuter (z.B. Teufelskralle, Wermut, Weidenrinde).

  10. Wähle einen klaren Weg bei Verdacht: Eine Gastroskopie bringt Sicherheit. Wenn du mit Medikamenten oder anderen Massnahmen zuerst ohne Untersuchung startest, dann beobachte dein Pferd genau. Tritt nach 4–6 Wochen keine Verbesserung ein, solltest Du nicht länger damit warten.


🌿 Was zusätzlich unterstützen kann


Schleimbildende und beruhigende Ansätze wie Schlonzi (Leinsamen + Haferflocken gekocht, zeitlich begrenzt), Ulmenrinde, Algenkalk oder milde Kräuter wie Kamille, Ringelblume und Malve können begleitend helfen. Reine Basen in grösseren Mengen oder über längere Zeit (zum Beispiel Natron) sind dagegen wirklich keine gute Idee.


💚 Fazit


Der beste Magenschutz ist ein stimmiges Gesamtkonzept: Raufutter ohne lange Pausen, stressfreies Fressen, allgemein weniger Stress und eine kluge Kraftfutterstrategie. Wenn du diese Checkliste Punkt für Punkt durchgehst, kannst du im Alltag sofort so einiges verbessern.

 

Die aktuellen Touren in der ganzen Schweiz findest du hier.


Wir freuen uns auf den nächsten Wiegetermin bei dir im Stall!


Dein Team von der Hippobalance

 
 
 

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